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<title>Spaß</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Spaß</span></h1>
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<p><b>Spaß</b> ist eine im Deutschen seit dem 16./17. Jahrhundert belegte Substantivbildung aus dem <a href="Italienische_Sprache" title="Italienische Sprache">italienischen</a> <i>spasso</i> „Zerstreuung, Zeitvertreib, Vergnügen“. Das Wort wurde, angelehnt an das italienische Original, zunächst auch als <i>Spasso</i> geschrieben. Heute wird mit <i>etwas macht Spaß</i> eine Tätigkeit beschrieben, die gerne gemacht wird, die <a href="Freude" title="Freude">Freude</a> bereitet, wobei diese meist nachhaltiger ist als bloßer Zeitvertreib. Gemäß Duden ist Spaß das Vergnügen, welches bei einem bestimmten Tun aufkommt.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>Mit jemandem einen Spaß treiben</i> bezeichnet, dass dieser Person ein <a href="Streich" title="Streich">Streich</a> gespielt wird. <i>Der Spaß</i> ist eine Äußerung, über die gelacht werden kann und gilt als Bestandteil des <a href="Humor" title="Humor">Humors</a>. Das Wort wird auch synonym zu Jux, Scherz und <a href="Witz" title="Witz">Witz</a> verwendet. Zugehörige Adjektive sind <i>spaßig</i> und <i>spaßhaft.</i> Als Gegenbegriff gilt der <a href="Ernst" title="Ernst">Ernst</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Schreibung">Schreibung</h2></div>
<p>Vor der Rechtschreibreform von 1996 wurde „Spaß“ immer mit <a href="%C3%9F" title="ß">Eszett</a> geschrieben. Nach der <a href="Deutsche_Rechtschreibung" title="Deutsche Rechtschreibung">reformierten Rechtschreibung</a> ist ein Eszett grundsätzlich nur noch nach einem langen Vokal vorgesehen. Weil beim Wort „Spaß“ die Aussprache zwischen lang und kurz variiert, lässt die amtliche Schreibung beide Schreibweisen – „Spaß“ mit langem Vokal und „Spass“ mit kurzem Vokal – im gesamten Sprachraum als gleichwertig zu.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Widerspruch zur amtlichen Schreibung präferiert der <a href="Duden" title="Duden">Duden</a> die Schreibweise „Spaß“ und betrachtet die Schreibweise „Spass“ als nur in Österreich gültig.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ebenfalls lässt das Rechtschreibwörterbuch von <a href="Theodor_Ickler" title="Theodor Ickler">Theodor Ickler</a> nur die Schreibweise „Spaß“ zu<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, da diese Orthographie an der alten Eszett-Regel festhält.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Komposita-Bildungen">Komposita-Bildungen</h2></div>
<p>Im Lauf der Jahrhunderte entstanden zahlreiche Komposita, die heute teilweise untergegangen sind oder nur noch dialektal verwendet werden: <i>Spaßetten</i> (Späßchen), <i>Spaßlaberln</i> oder <i>G’spaßlaberln</i> (schöne Brüste). Der Spaßvogel (ein <a href="Schalk" title="Schalk">Schalk</a>, <a href="Schelm" title="Schelm">Schelm</a> oder <a href="Witzbold" title="Witzbold">Witzbold</a>) als lustiger und witziger Mitbürger ist seit dem 18. Jahrhundert überliefert. Die <a href="Spa%C3%9Fgesellschaft" title="Spaßgesellschaft">Spaßgesellschaft</a> hingegen tauchte als sprachliches Konstrukt erst in den 1990er Jahren auf und wurde 2004 in den Wortbestand des <a href="Duden" title="Duden">Duden</a> aufgenommen. Als Spaßbremse wird hingegen eine Person bezeichnet, die durch Verweis auf problematische Aspekte, Humorlosigkeit oder übertriebenen Ernst anderen die Freude an einer Sache schmälert.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bedeutungsverwandte_Wörter"><span id="Bedeutungsverwandte_W.C3.B6rter"></span>Bedeutungsverwandte Wörter</h2></div>
<p>In der <i><a href="Oeconomische_Encyclop%C3%A4die" title="Oeconomische Encyclopädie">Oeconomischen Encyclopädie</a></i> von <a href="Johann_Georg_Kr%C3%BCnitz" title="Johann Georg Krünitz">Johann Georg Krünitz</a> wird der Spaß sorgfältig von der <a href="Posse" title="Posse">Posse</a> geschieden:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„[…] ein nur im gemeinen Leben, und in der vertraulichen Sprechart übliches Wort, einen jeden Scherz zu bezeichnen, und in so fern ist dieses Wort auch mit Posse, verwandt, nur dass Spaß sich mehr auf einen vertrauten Kreis beschränkt, mehr in engen Zirkeln sein Wesen treibt, und Posse mehr dem öffentlichen Leben angehört. […]“<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>In Anschluss liefert die Oeconomische Encyclopädie ausführliche Erläuterungen über <i>Spaßmacher, Lustigmacher, Possenreißer, Possenmacher, Spaßmeister, Schalknarr</i>.
Bedeutungsmässig ist Spaß von Freude dadurch abzugrenzen, dass ersteres kurzweiliger und letzteres nachhaltiger ist. Beispiel: Das Erzählen oder Hören eines Witzes oder der Genuss einer Comedy-Sendung verbreitet Spaß, das Spielen/Beherrschen eines Musikinstrumentes o.&nbsp;ä. macht Freude.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Spaß_und_ernsthafte_Betrachtung"><span id="Spa.C3.9F_und_ernsthafte_Betrachtung"></span>Spaß und ernsthafte Betrachtung</h2></div>
<p>Ein häufiger Begleiter des Spaßes ist die Forderung, ihn zu vermeiden. So <a href="Fritz_Mauthner" title="Fritz Mauthner">Fritz Mauthner</a> in <i>Sprache und Logik</i> (1913), wenn er den <a href="Satz_vom_Widerspruch" title="Satz vom Widerspruch">Satz vom Widerspruch</a> und den <a href="Satz_vom_ausgeschlossenen_Dritten" title="Satz vom ausgeschlossenen Dritten">Satz vom ausgeschlossenen Dritten</a> als <i>tiefsinnigen Unsinn</i> betrachtet und verlangt: <i>Lassen wir aber die logischen Kunststücke und anderen Spaß beiseite, […]</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><cite style="font-style:italic">spasz, m. scherz, kurzweil, vergnügen<span style="font-style:normal;"></span></cite>. In: <a href="Jacob_Grimm" title="Jacob Grimm">Jacob Grimm</a>, <a href="Wilhelm_Grimm" title="Wilhelm Grimm">Wilhelm Grimm</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic"><a href="Deutsches_W%C3%B6rterbuch" title="Deutsches Wörterbuch">Deutsches Wörterbuch</a></cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>16</span>: <i>Seeleben–Sprechen</i> – (X, 1. Abteilung). S. Hirzel, Leipzig 1905, <span style="white-space:nowrap">Sp.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>1958–1964</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=GS32939">woerterbuchnetz.de</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Spa%C3%9F&amp;rft.atitle=spasz%2C+m.+scherz%2C+kurzweil%2C+vergn%C3%BCgen&amp;rft.btitle=Deutsches+W%C3%B6rterbuch&amp;rft.date=1905&amp;rft.genre=book&amp;rft.place=Leipzig&amp;rft.pub=S.+Hirzel&amp;rft.volume=Band+16%3A+Seeleben-Sprechen+-+%28X%2C+1.+Abteilung%29" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Fun?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Spaß</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Spa%C3%9F" class="extiw external" title="wikt:Spaß">Wiktionary: Spaß</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Spa%C3%9F" class="extiw external" title="q:Spaß">Wikiquote: Spaß</a></b>&nbsp;– Zitate </div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Spasz"><i>Duden | Spaß | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 14.&nbsp;April 2020</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ASpa%C3%9F&amp;rft.title=Duden+%7C+Spa%C3%9F+%7C+Rechtschreibung%2C+Bedeutung%2C+Definition%2C+Herkunft&amp;rft.description=Duden+%7C+Spa%C3%9F+%7C+Rechtschreibung%2C+Bedeutung%2C+Definition%2C+Herkunft&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.duden.de%2Frechtschreibung%2FSpasz&amp;rft.language=de">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Geschäftsstelle des Rats für deutsche Rechtschreibung (Hrsg.): <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.rechtschreibrat.com/DOX/RfdR_Amtliches-Regelwerk_2024.pdf"><i>Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis.</i></a> Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim 2024, S. 306.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Spasz"><i>Spaß, österreichisch auch Spass, der.</i></a> In: <i><a href="Duden" title="Duden">Duden</a>.</i> www.duden.de,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 28.&nbsp;September 2013</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ASpa%C3%9F&amp;rft.title=Spa%C3%9F%2C+%C3%B6sterreichisch+auch+Spass%2C+der&amp;rft.description=Spa%C3%9F%2C+%C3%B6sterreichisch+auch+Spass%2C+der&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.duden.de%2Frechtschreibung%2FSpasz&amp;rft.publisher=www.duden.de">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Theodore Ickler: <i>Das Rechtschreibwörterbuch</i>. Leibniz-Verlag, St. Goar 2000, ISBN 3-931155-14-5, S. 432.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Theodore Ickler: <i>Das Rechtschreibwörterbuch</i>. Leibniz-Verlag, St. Goar 2000, ISBN 3-931155-14-5, S. 33.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dwds.de/wb/Spa%C3%9Fbremse"><i>DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 14.&nbsp;April 2020</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ASpa%C3%9F&amp;rft.title=DWDS+%E2%80%93+Digitales+W%C3%B6rterbuch+der+deutschen+Sprache&amp;rft.description=DWDS+%E2%80%93+Digitales+W%C3%B6rterbuch+der+deutschen+Sprache&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.dwds.de%2Fwb%2FSpa%25C3%259Fbremse&amp;rft.language=de">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Spaß.</i> In: Johann Georg Krünitz: <i><a href="Oeconomische_Encyclop%C3%A4die" title="Oeconomische Encyclopädie">Oeconomische Encyclopädie</a>.</i> Band 156: <i>Sonntag–Speckstein.</i> 1833, S. 488 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/getKRArticles.tcl?tid=KS23551+ftsl=1,4,40+opt=1-0#ftKS23551">kruenitz1.uni-trier.de</a>).</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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